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Schwangerschaftsbetreuung

 

 

Schwangerschaftsbetreuung

Zunächst möchten wir Ihnen ganz herzlich zu Ihrer Schwangerschaft gratulieren!

Unsere moderne Schwangerschaftsvorsorge ist heute sehr früh in der Lage, Störungen in der kindlichen Entwicklung im Mutterleib zu erkennen.

Mit der Ausstellung des Mutterpasses und den im Schwangerschaftsverlauf durchzuführenden Untersuchungen laut Mutterschaftsrichtlinien wird eine Basis für das Erkennen von kindlichen Entwicklungsstörungen geschaffen.

Die Untersuchungen zur Mutterschaftsvorsorge erfolgen nach den gesetzlich vorgegebenen Mutterschaftsrichtlinien und beinhalten:

  • Anlegen des Mutterpasses
  • diverse Blutuntersuchungen (Blutgruppen-/ Rhesusfaktor-/ Antikörper-/ Röteln-Titer-Bestimmung)
  • Untersuchung auf Chlamydien
  • 4-wöchige Kontrolluntersuchung bis zur 32. Schwangerschaftswoche (SSW) und
  • 2-wöchige Kontrolluntersuchung ab der 32. SSW  mit Blutdruckmessungen, Gewichts- und Urincheck sowie
  • Tastuntersuchungen des Muttermundes und der Lage des Kindes
  • Abhören der kindlichen Herztöne und Aufzeichnen von Wehen (CTG)
  • 3 Ultraschalluntersuchungen in der 9. - 12. SSW, 19. - 22. SSW, 29. - 32. SSW


Bei diesbezüglichen Auffälligkeiten oder Komplikationen werden weitere Untersuchungen notwendigerweise vorgeschlagen.

Erweiterte Ultraschalluntersuchung (DEGUM II – Fehlbildungsdiagnostik)

Mit mehreren den höchsten Standards entsprechenden Ultraschallgeräten bieten wir Ihnen eine umfassende und sehr differenzierte Untersuchung Ihres Kindes.

Auch haben einige Ärzte des GYNCOLLEGWESERLAND eine sogenannte DEGUM II - Spezialisierung (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin), der zweiten von insgesamt drei Stufen einer umfassenden Ultraschallausbildung, die fortlaufende Überprüfung und Fortbildung beinhaltet.

Fetaler Herzultraschall (Echokardiographie)

Herzfehler treten mit einer Häufigkeit von 7-10: 1000 Lebendgeburten auf. Zudem sind Herzfehler häufig Hinweiszeichen für komplexere Erkrankungsbilder oder genetische Störungen.

Eine sehr spezialisierte Untersuchung per Ultraschall zwischen der 21. - 26. Woche vermag derartige Herzfehler frühzeitig zu erkennen, das Kind kann dann engmaschig und sicher überwacht und die Geburt entsprechend geplant werden.

Fetale Dopplersonographie

Per Ultraschall der kindlichen Gefäße (z. B. der Nabelschnur) und der mütterlichen Gefäße, die die Plazenta (Mutterkuchen) versorgen, ist es möglich, eine Unterversorgung des Kindes mit Nährstoffen frühzeitig zu erkennen. Diese Untersuchung ist im gesamten Schwangerschaftsverlauf möglich.

Fetale Nackenfaltenmessung

Ein neuer Suchtest zur Risikoabschätzung von genetischen Erkrankungen, vor allem des Down-Syndroms (Trisomie 21), stellt die Untersuchung der kindlichen Nackenfalte (Nackentransparenz: NT) in der 12. - 14. Schwangerschaftswoche dar.

Hier sieht der erfahrene Untersucher in dieser Zeit eine Wasseransammlung unter der Haut des Nackens. Die mittels Ultraschall gemessene Dicke der Nackenfalte wird mit der Länge des Kindes sowie dem mütterlichen Alter mit einem speziellen Computerprogramm ausgewertet.

Immerhin 80% aller Schwangerschaften mit einem Down-Syndrom sind dadurch zu ermitteln, nur 20% bleiben unerkannt. Durch eine zusätzliche mütterliche Blutentnahme von speziellen Hormon- und Eiweißwerten (free ß-HCG und PAPP-A) lässt sich die Erkennungsrate von Kindern mit Down-Syndrom bei dieser Untersuchung auf bis zu 90% steigern.

Fruchtwasserpunktion (Amniozentese)

Bei erhöhtem mütterlichen Alter (ab 35 Jahren), einer belasteten Familienanamnese, einem auffälligen Bluttest oder bei auffälliger Nackenfaltenmessung werden wir mit Ihnen über eine Fruchtwasseruntersuchung sprechen. Diese wird in der 15. bis 18.
Schwangerschaftswoche durchgeführt und kann schwerwiegende genetische (chromosomale) Fehlbildungen oder Stoffwechselerkrankungen des Kindes auszuschließen. Darüber hinaus kann durch die Fruchtwasseruntersuchung eine Erhöhung des sogenannten AFP-Wertes festgestellt werden, die auf  Körperwanddefekte (z. B. offener Rücken) hinweisen kann.
 
Die Amniozentese ist ein schmerzarmer Eingriff (die Schmerzempfindung ist vergleichbar mit dem Einstich bei einer Blutentnahme). Nach ausführlicher Ultraschall-Untersuchung des Kindes wird mit einer dünnen Nadel durch die Bauchdecke in die Fruchtblase gestochen und ca. 20 ml Fruchtwasser abgezogen. Dieses Fruchtwasser wird sofort zu einem humangenetischen Labor gesendet, wo die darin befindlichen kindlichen Zellen kultiviert werden. Aus diesen Kulturen wird später der kindliche Chromosomensatz analysiert. Nach Erhalt des Chromosomenergebnisses (ca. 3 Wochen) werden mit Ihnen und Ihrem Partner mögliche therapeutische Konsequenzen ausführlich besprochen.
Der entstandene Eihaut-Defekt verschließt sich im Allgemeinen sofort. Das Fruchtwasser wird vom Kind wieder ersetzt.

Der Einstich wird die ganze Zeit durch Ultraschall kontrolliert, so dass das Verletzungsrisiko des Kindes absolut minimiert wird. Trotzdem ist es notwendig, Sie über mögliche Komplikationen einer Fruchtwasseruntersuchung aufzuklären. Eine Amniozentese kann zu Infektionen, Blutungen und vorzeitiger Wehentätigkeit bis hin zum Blasensprung führen. Ein Blasensprung in dieser frühen Schwangerschaftswoche geht leider in den meisten Fällen mit einer Fehlgeburt einher. Das Fehlgeburtsrisiko beträgt ca. 0,5 bis 1%.

Mutterschaftsnachsorgeuntersuchung

Eine Woche beziehungsweise 6 bis 8 Wochen nach der Geburt erfolgen die Abschlußuntersuchungen der Schwangerschaft. Neben der üblichen gynäkologischen Untersuchung, bei der die Gebärmutterrückbildung, die Wundheilung sowie die Brüste untersucht werden, wird der Eisen-Wert im Blut, der Urin und der Blutdruck kontrolliert. Ein ausführliches Gespräch über etwaige Stillprobleme, Ernährungsgrundlagen sowie die Klärung der künftigen Verhütung schließt sich an.