Im Oktober 2007 eröffnete die überörtliche Gemeinschaftspraxis GYNCOLLEGWESERLAND ein Zytologisches Labor unter der Leitung von Frau Dr. Susanne Schneider. Hier werden zur Zeit circa 32.000 Abstriche überwiegend vom Muttermund aus der Krebsvorsorge oder von Kontroll-Abstrichen sorgfältig durchgesehen, dann gegebenenfalls zweit befundet und besprochen.
Unser Ziel ist es, Krebsvorstufen (Dysplasien) rechtzeitig zu entdecken und so den Gebärmutterhalskrebs zu vermeiden. Das Konzept der Krebsvorsorge-untersuchungen gibt es seit Beginn der 70-er Jahre in Deutschland. Es ist sehr erfolgreich und seither ist die Neuentdeckungsrate von Gebärmutterhalskarzinomen von über 30000/Jahr auf gut 5000/Jahr in der BRD abgefallen.
Das neue Labor ist in die durch den Praxis-Zusammenschluß 2007 unnötig gewordenen OP-Räume der Praxis in Lahde eingezogen. Dort wurden drei Arbeitsplätze mit Olympus-Mikroskopen der neuesten Generation (BX41) eingerichtet. Eine Diskussionsbrücke ermöglicht die Besprechung der auffälligen Befunde und auch die tägliche, gemeinsame Ansicht der Präparate der Patientinnen mit unklaren oder pathologischen Vorbefunden.
Es wurde in ein modernes Software-Programm investiert, das eine DFÜ-Anbindung für Zuweiser-Praxen vorhält. Natürlich ist dies vor allem für jede Praxis mit elektronischer Karteikarte eine starke logistische und zeitliche Erleichterung, da die Befunde direkt elektronisch eingelesen werden.
Derzeit arbeiten in Lahde drei erfahrene Zytotologisch-Technische Assistentinnen, Frau Christina Brokelmann, Frau Petra Biehl und Frau Dagmar Schlüter. Sie haben unser Praxis-Team durch ihre hervorragende Arbeit, ihre Zuverlässigkeit und nicht zuletzt ihre freundliche Art sehr bereichert.
Täglich finden ausführliche Fallbesprechungen an der Diskussionsbrücke statt, Verläufe werden diskutiert, weitere Untersuchungen indiziert oder Operationen am Muttermund vorgeschlagen. Neben dem üblichen Befundbericht werden Besonderheiten zudem noch mit dem behandelnden Frauenarzt telefonisch besprochen und diskutiert.
Darüberhinaus bieten wir unseren Patientinnen selbstverständlich auch einen Dünnschicht-Abstrich an: den Shandon PapSpin-Test der Firma Thermo, mit dem wir sehr zufrieden sind. Das ist die technische Weiterentwicklung der alten Abstrich-Methode nach Papanicolaou, bei der die entnommenen Zellen direkt in ein mit Fixierflüssigkeit gefülltes Gefäß gegeben werden. Die Auftragung auf den gläsernen Objektträger erfolgt dann maschinell, so dass die Zellen besser nebeneinander liegen.
Dadurch wird die Beurteilung beider am Muttermund vorkommender Zelltypen sauber und einfach und die Nachweis-Rate von Zellen mit Krebsvorstufen ist nachweisbar höher. Außerdem ermöglicht dieser Abstrich eine zusätzliche Bestimmung von HPV und gegebenenfalls auch weiteren Markern aus der verbleibenden Flüssigkeit. Beides wird durch ein Partner-Labor durchgeführt.